dEUS, Pocket Revolution

a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z #


(Universal, 2005)
Rating: 8.7/10

01 Bad Timing
02 7 days, 7 weeks
03 Stop-Start Nature
04 If you don't get what you want
05 What we talk about (when we talk about love)
06 Include me out
07 Pocket Revolution
08 Nightshopping
09 Cold Sun of Circumstance
10 The Real Sugar
11 Sun Ra
12 Nothing Really Ends

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ENGLISH VERSION

Translated 14-11-2005
by Gabi@CH

dEUS kann kaum mehr als revolutionäre Band bezeichnet werden. Dazu kommt, dass die CD-Hülle schrecklich daherkommt, und das ganze Tamtam, als die CD herauskam, machte uns dann doch etwas misstrauisch. Unnötig zu sagen, dass unsere Erwartungen ziemlich niedrig gesteckt waren. Aber als wir uns die neuste CD dann anhörten, stellte sich heraus, dass unsere Befürchtungen unbegründet waren. Obwohl Barman & Co schon bessere CDs herausgebracht haben, werden die Fans nicht enttäuscht sein.

dEUS war noch nie eine sehr produktive Band. In 11 Jahren hat die Band gerade mal ganze vier komplette Platten herausgebracht, und seit The ideal crash sind doch sechs Jahre vergangen bis zu diesem neusten Werk. Natürlich würde es Tom Barman nicht gerecht werden, wenn man sagt, er hätte in dieser Zeit nichts geleistet. Er brachte einen Spielfilm heraus – Any way the wind blows – und hatte zahlreiche Nebenprojekte, wie zum Beispiel Magnum.

Vor sechs Jahren hiess es überall, mit dem Erscheinen von The ideal crash sei der Moment der Wahrheit für dEUS gekommen. Die CD war exzellent, die internationalen Verkaufszahlen jedoch enttäuschend. Mittlerweile arbeiten dEUS nicht mehr mit Island Records, sondern mit der britischen Firma V2. Diese Plattenfirma hat sich nun zum Ziel gesetzt, dEUS weltweit bekannt zu machen und ist auch gewillt, die nötigen Investitionen zu tätigen, um das Album zu promoten. Pocket Revolution wird im Jahr 2006 in den USA, in Japan und Australien veröffentlicht. Bleibt zu hoffen, dass die Band dem Erwartungsdruck gerecht werden kann.

Nun gut, nun zur Musik. Inmitten der Plattenaufnahmen verliessen Craig Ward und Danny Mommens die Band; ihr Beitrag zum Album lässt sich jedoch trotzdem noch gut heraushören. Dann kamen Mauro Pawlovski (ex-Evil Superstars, jetzt nur noch er selbst), Alan Gevaert (Arno), Stéphane Misseghers (Soulwax) und ab und zu auch CJ Bolland (Magnus), die alle ihren Teil zum Album beitrugen. Trotz dieses Kommens und Gehens ist der typische komplexe und vielschichtige dEUS-Sound intakt geblieben. Das Gerücht, dass dieses Album hörerfreundlicher sei,um ein grösseres Publikum anzuziehen, hat sich als falsch erwiesen. Die Songs zeichnen sich mehr denn je durch harte und kompromisslose Gitarrenklänge aus und klingen rauer. Mit Ausnahme des traumartigen, aber dennoch angenehm zu hörenden Include me out und dem ruhigen The real sugar finden sich auf dem Album fast keine langsamen, ruhigen Lieder. In einer Anzahl Stücke hat Mauro auch ganz klare Spuren hinterlassen. In Stop-start nature sind die unkonventionellen Rhythmen und die dornigen Gitarrenriffs, die so typisch für The Evil Superstars sind, gut herauszuhören. Auch im sehr wilden und nervösen Stück Cold Sun of Circumstance ist sein Einfluss sehr deutlich.

Alles andere ist eindeutig das Werk von dEUS. Wer die erste Single, If you don't get what you want, vom Radio her kennt, erhält damit schon einen sehr guten Eindruck davon, wie der Rest der CD klingen wird. Der lange, starke Song Bad Timing lanciert den Reigen der Songs ähnlich wie Put the freaks up auf der Platte The ideal Crash . Die neue Single 7 days, 7 weeks tönt ähnlich wie Sister Dew . What we talk about (when we talk about love) mit seinem unterhaltenden Groove, der raffinierten Melodie und dem Gesang, der an JJ Cale erinnert, scheint direkt aus der Magnus-Sammlung zu kommen. Im gefühlvollen Titelsong hören wir Zita Zwoon – was für ein kleiner Chor! Mit dem ziemlich chaotischen und doch süchtig machenden Sun Ra lassen die Meister aus Antwerpen dann nochmals voll die Post abgehen, bevor das Album mit einem Remix eines der berühmtesten Stücke von dEUS endet – Nothing really ends , das nie offiziell auf einem regulären Album herausgebracht worden war.

ass dEUS so neu und innovativ tönt wie auch schon, kann man nicht wirklich sagen, aber die Musik, die sie nach mehr als 10 Jahren noch machen, gehört zum Besten, was Belgien zur Zeit zu bieten hat. Der belgischen Musikszene gehts gut wie nie zuvor, und dEUS sind die perfekten Botschafter, um diese Nachricht über die Landesgrenzen hinaus zu verbreiten. Wir wünschen ihnen dabei nur das Beste – möge es dieses Mal besser ergehen als vor sechs Jahren!